Du hast schon viel über dich verstanden.
Du weißt vielleicht, warum du in bestimmten Situationen so reagierst. Du kennst deine Muster, hast über deine Vergangenheit reflektiert und kannst Zusammenhänge ziemlich genau erklären.
Und trotzdem verändert sich etwas nicht.
In bestimmten Situationen reagiert dein Körper noch immer mit Anspannung, Rückzug, innerer Unruhe oder dem Gefühl, funktionieren zu müssen.
Vielleicht fragst du dich dann:
„Warum passiert mir das immer wieder, obwohl ich es doch längst verstanden habe?“
Genau hier kann es hilfreich sein, nicht noch mehr zu analysieren, sondern eine weitere Ebene mit einzubeziehen:
deinen Körper und dein Nervensystem.
Verstehen allein verändert nicht immer alles
Gespräche und Reflexion können unglaublich wertvoll sein.
Sie helfen uns dabei, Erfahrungen einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und uns selbst besser zu verstehen.
Doch manche Reaktionen entstehen nicht nur auf der Ebene unserer Gedanken.
Unser Nervensystem reagiert fortlaufend auf das, was in uns und um uns herum geschieht. Es registriert Sicherheit, Unsicherheit, Nähe, Stress oder mögliche Bedrohung – und beeinflusst damit auch unser körperliches und emotionales Erleben.
Deshalb können wir rational längst wissen:
„Ich bin sicher.“
„Ich darf Nein sagen.“
„Ich muss es nicht allen recht machen.“
„Ich darf meinen eigenen Weg gehen.“
Und trotzdem fühlt es sich im entscheidenden Moment ganz anders an.
Der Kopf hat verstanden – aber der Körper reagiert noch nach einem vertrauten Muster.
Wenn wir versuchen, Gefühle wegzudenken
Viele von uns haben gelernt, Herausforderungen vor allem über den Verstand zu lösen.
Wir analysieren.
Wir suchen nach Erklärungen.
Wir überlegen, was wir anders machen könnten.
Und manchmal versuchen wir sogar, unsere Gefühle mit Gedanken zu verändern.
Doch was passiert, wenn wir für einen Moment nicht fragen:
„Warum fühle ich mich so?“
Sondern:
„Was spüre ich gerade?“
Vielleicht bemerkst du eine Enge im Brustkorb.
Druck im Bauch.
Anspannung in den Schultern.
Einen Kloß im Hals.
Wärme, Kribbeln, Schwere oder Unruhe.
Damit verlassen wir für einen Moment die reine Verstandesebene und wenden uns unserem unmittelbaren Erleben zu.
Raus aus dem Kopf – und hinein ins Spüren
Genau hier setzt körperorientierte Arbeit an.
Dabei geht es nicht darum, den Verstand auszuschalten oder nicht mehr über Dinge zu sprechen.
Es geht darum, den Körper wieder mit einzubeziehen.
Denn unser Körper ist nicht einfach nur der Ort, an dem wir Symptome oder Gefühle wahrnehmen. Er kann uns auch wichtige Informationen darüber geben, wie wir eine Situation gerade erleben und was wir brauchen.
Embodiment bedeutet für mich deshalb, eine Erkenntnis nicht nur gedanklich zu verstehen, sondern sie zunehmend auch körperlich erfahren und verkörpern zu können.
Es ist ein Unterschied, ob ich denke:
„Ich darf Grenzen setzen.“
Oder ob ich erlebe:
„Ich kann Nein sagen, die Reaktion meines Gegenübers aushalten und dabei mit mir selbst verbunden bleiben.“
Genau solche Erfahrungen können Veränderung auf einer tieferen Ebene ermöglichen.
Spüren und Erlauben
Ein wichtiger Bestandteil meiner Arbeit mit NeuroEmbodied Soul Centering® (NESC) ist das Spüren und Erlauben.
Dabei richten wir die Aufmerksamkeit zunächst auf das, was gerade da ist.
Nicht, um es sofort zu verändern.
Nicht, um ein unangenehmes Gefühl möglichst schnell loszuwerden.
Sondern um wahrzunehmen.
Was spüre ich gerade in meinem Körper?
Wo nehme ich es wahr?
Wie fühlt es sich an?
Und kann ich dieser Empfindung für einen Moment erlauben, da zu sein?
Gerade dieser letzte Schritt kann ungewohnt sein.
Denn häufig sind wir es gewohnt, unangenehme Gefühle möglichst schnell verändern zu wollen.
Wir lenken uns ab, funktionieren weiter, denken darüber nach oder versuchen, uns selbst davon zu überzeugen, dass wir uns eigentlich anders fühlen müssten.
Beim Spüren und Erlauben geht es zunächst um etwas anderes:
Das, was gerade da ist, darf wahrgenommen werden.
Es geht nicht darum, in Gefühlen stecken zu bleiben
Körperorientiertes Arbeiten bedeutet nicht, sich möglichst tief in jedes unangenehme Gefühl hineinzubegeben.
Auch intensive Emotionen müssen nicht erzwungen werden.
Gerade in einer nervensystemorientierten Begleitung spielen Sicherheit, Selbstbestimmung und das individuelle Tempo eine wichtige Rolle.
Manchmal können wir bei einer Empfindung bleiben.
Manchmal braucht es Abstand.
Manchmal hilft Orientierung im Hier und Jetzt.
Und manchmal zeigt unser Körper sehr deutlich: Für heute ist es genug.
Auch das wahrzunehmen, ist Teil der Arbeit.
Was NESC anders macht
Mit NeuroEmbodied Soul Centering® (NESC) verbinde ich Wissen über das Nervensystem mit Körperwahrnehmung, Embodiment und einem prozessorientierten Ansatz.
Dabei steht nicht die Frage im Mittelpunkt:
„Wie bekomme ich dieses Gefühl möglichst schnell weg?“
Sondern vielmehr:
„Was geschieht gerade in mir – und kann ich damit in Kontakt sein?“
Wir versuchen nicht, einen bestimmten Zustand zu erzwingen.
Stattdessen schaffen wir Raum für Wahrnehmung, Körperempfindungen, Emotionen und die eigenen inneren Impulse.
Denn nicht jede Veränderung muss aktiv „gemacht“ werden.
Manchmal entsteht sie dadurch, dass wir aufhören, gegen unser Erleben anzukämpfen und beginnen, uns selbst wieder wahrzunehmen.
Vom Verstehen ins Verkörpern
Für mich liegt genau darin eine der wertvollsten Erfahrungen körperorientierter Arbeit.
Wir müssen den Verstand nicht gegen den Körper austauschen.
Beides darf zusammenkommen.
Wir dürfen verstehen, was uns geprägt hat.
Und wir dürfen gleichzeitig erfahren, wie sich etwas Neues in unserem Körper anfühlen kann.
Vielleicht bedeutet Veränderung deshalb manchmal nicht, noch eine weitere Antwort auf die Frage „Warum?“ zu finden.
Vielleicht beginnt sie mit einer anderen Frage:
„Was spüre ich gerade – und kann ich dem, was da ist, für einen Moment erlauben, da zu sein?“
So kann aus Wissen Erfahrung werden.
Aus Erfahrung Verkörperung.
Und aus Verkörperung nach und nach Veränderung.
Vom Verstehen ins Spüren. Vom Spüren ins Verkörpern.
Möchtest du NESC selbst erleben?
Wenn du merkst, dass du bereits vieles verstanden hast, aber dir eine körper- und nervensystemorientierte Ebene in deiner persönlichen Entwicklung oder in der Begleitung anderer Menschen fehlt, kann NESC ein nächster Schritt für dich sein.
In meiner Arbeit und in der NESC Coaching Ausbildung geht es nicht darum, noch mehr Wissen anzusammeln. Es geht darum, Veränderung selbst zu erfahren, im eigenen Körper wahrzunehmen und zunehmend zu verkörpern.
Denn was wir selbst erfahren haben, können wir nicht nur bewusster leben – sondern auch sicherer in die Begleitung anderer Menschen einbringen.
Du möchtest mehr über NeuroEmbodied Soul Centering® (NESC) und die NESC Coaching Ausbildung erfahren?
